Verwirrt?

1. Musikalisches Vorspiel

 

2. Begrüßung und Eingangsgebt (Lena, Joachim und Tobi)

Tobi: Vater,

wir sind zusammen gekommen, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern.

Wir sind verwirrt und wollen mit dir erfahren, was dies bedeutet – was es heißt, verwirrt zu sein?

Joachim: Wir wollen dich und Neues mit dir erleben, Erfahrungen mit dir teilen und dabei Spaß haben!

– Amen

Lena: Wir begrüßen euch zu unserem Gottesdienst „Verwirrt?“ und freuen uns, dass ihr alle gekommen seid.

Tobi: Für uns ist heute ein besonderer Gottesdienst, weil es uns – den JugendKirchenVorstand – schon seit 5 Jahren gibt. Im Dezember 2007 haben wir den JKV gegründet und im Februar 2009 fand unser erster eigener Gottesdienst statt.

Lena: Mittlerweile sind wir 8 aktive Mitglieder (im Alter von 13 bis 18 Jahren), im Pfarrhaus gibt es seit 2010 einen JKV-Raum und neben Gottesdiensten haben wir auch einige Ausflüge organisiert.

Joachim: Jetzt aber zurück zu unserem heutigen Gottesdienst! Wir haben für euch wieder einige Stationen vorbereitet, bei denen ihr selbst zum Thema aktiv werden könnt.

Lena: Musikalisch werden wir von der Jugendband Idensen begleitet und nun singen wir das erste Lied „Groß ist unser Gott“.

 

3. Lied 1: Groß ist unser Gott

 

4. Psalm 145 (Enno und Hannah)

Ich will dich erheben mein Gott, du König,

            Immer, ohne Ende, will ich dir danken!

            Jeden Tag will ich dir danken!

Immer ohne Ende will ich dich preisen!

Jeden Tag will ich dich preisen!

            Der Herr ist groß und sehr zu loben,

            und seine Größe ist unermesslich.

Von einer Generation zur anderen soll man preisen,

was du vollbracht hast

            und deine machtvollen Taten weitererzählen.

Deine Pracht und Hoheit sollen alle loben

            und ich will stets an deine Wunder denken!

Deine reiche Güte soll man preisen

            und deine Freundlichkeit laut besingen.

Der Herr ist gerecht in seinem Handeln

und gütig in allen seinen Taten.

            Er ist denen nahe, die zu ihm beten.

Er erfüllt die Bitten derer, die ihm nachfolgen;

            er hört ihr Schreien und rettet sie!

Ich will den Ruhm des Herrn verkünden

            und alles, was lebt, soll ihm danken!

 

5. Lesung (Annika und Onno)

Annika: Wir hören nun die Lesung: 1. Mose, Kapitel 11, Vers 1 – 9:

Die Menschheit will es mit Gott aufnehmen:

Damals sprachen die Menschen noch eine einzige Sprache, die allen gemeinsam war.

Als sie von Osten weiterzogen, fanden sie eine Tal-Ebene im Land Schinar. Dort ließen sie sich nieder und fassten einen Entschluss.

Onno: „Los, wir formen und brennen Ziegelsteine!“, riefen sie einander zu. Die Ziegel wollten sie als Bausteine benutzen und Teer als Mörtel.

Sie schrien: „Ans Werk! Wir bauen uns eine Stadt mit einem Turm, der bis an den Himmel reicht! Dann wird unser Name in aller Welt berühmt. Dieses Bauwerk wird uns zusammenhalten, sodass wir nicht über die ganze Erde zerstreut werden.“ 

Annika: Da kam der Herr vom Himmel herab, um die Stadt und den Turm anzusehen, die sie bauten.

Als er alles gesehen hatte, sagte er: „Wohin wird das noch führen? Sie sind ein einziges Volk und sprechen alle dieselbe Sprache. Wenn sie diesen Bau vollenden, wird ihnen nichts mehr unmöglich sein. Sie werden alles ausführen, was ihnen in den Sinn kommt.“

Onno: Und dann sagte er: „Ans Werk! Wir steigen hinab und verwirren ihre Sprache, damit niemand mehr den anderen versteht!“

So zerstreute der Herr sie über die ganze Erde und sie konnten die Stadt nicht weiterbauen.

Darum wird die Stadt Babylon ("Verwirrung") genannt, weil dort der Herr die Sprache der Menschheit verwirrte und alle über die ganze Erde zerstreute.          

 

6. Lied 2: One of us

 

7. Stationen

① Strafe oder Chance?(Annika und Lena)

Die GD-Besucher schreiben auf ein Plakat, was positiv oder negativ am Eingreifen Gottes beim Turmbau zu Babel ist.

② Spruch ziehen (Enno und Onno)

Die GD-Besucher ziehen einen Spruch. Inhaltlich geht es um Individualität und Vielfalt.

③ Individualität (Hannah und Kimi)

Die GD-Besucher schreiben für sich typische Eigenschaften auf ein Plakat bzw. in die abgebildete Person.

④ Fisch mit Fingerabdrücken (Joachim und Tobi)

Mit den Fingerabdrücken der GD-Besucher entsteht ein Fisch (Stempelkissen und Plakat).

 

8. Musik

 

9. Texte nach Stationen

Verwirrt?

Lena: Wenn ich verwirrt bin, dann habe ich etwas nicht richtig verstanden, bin irritiert oder weiß nicht genau, was gemeint ist.

Tobi: Ich kann aber auch andere verwirren, indem ich mich ungewöhnlich verhalte und vielleicht haben ja auch wir euch durch unsere Einladung zum Gottesdienst verwirrt.

Individualität

Annika: Jeder von uns ist einzigartig, wir haben alle unterschiedliche Eigenschaften und jeder besitzt auch seinen eigenen Fingerabdruck.

Kimi: Das haben wir auch gerade eben bei den Stationen sehen können, als wir unsere typischen Eigenschaften aufgeschrieben und unsere Fingerabdrücke nebeneinander gesetzt haben.

Einheitssprache

Onno: Ich denke, heutzutage ist Englisch unser Welt- und vielleicht auch Einheitssprache.

Joachim: Denn gerade im Internet wird Englisch benutzt und so können wir weltweit miteinander kommunizieren.

Turmbau

Enno: Wenn ich vom Turmbau zu Babel höre, muss ich immer an die Burj Khalifa in Dubai denken. Doch ich kann mir nicht vorstellen, was daran so schlecht sein soll, wenn Menschen zusammen und gemeinsam etwas bewirken?

Hannah: Ich denke, Gott möchte einfach nicht, dass wir immer höher, schneller und weiter kommen, denn für ihn sind andere Werte wichtig.

 

10. Lied 3: Bahnt einen Weg unserm Gott

 

11. Klärung (Tobi)

- Die Menschheit will es mit Gott aufnehmen, sich mit dem Turmbau zu Babel einen Namen machen, die beste Leistung erbringen! Aber: Gott greift ein.

- Eine Sprache wird verwirrt? erschwerte Kommunikation?

- Bestimmt macht eine Einheitssprache vieles einfacher: wir brauchen keine Zeit zum Übersetzten, Pläne und Vorhaben werden unkomplizierter und die Leistung bei einem Turmbau – an dem sich die gesamte Menschheit beteiligt – erhöht sich. Es geht voran!

- Aber Einheitssprache, heißt das nur, eine gemeinsame Sprache zu sprechen? Die Arbeiter beim Turmbau zu Babel sagen, sie gehen gemeinsam ans Werk! Wir bauen uns eine Stadt und einen Turm, der bis an den Himmel reicht. Dann werden wir in aller Welt berühmt.

- Berühmt werden! Mit einem gemeinsamen Werk – mit Hilfe einer Sprache! Gott greift ein!

- In der Geschichte vom Turmbau zu Babel heißt es: Sie sind ein einziges Volk. Ein Volk: eine Einheit!?

- Gerade eben haben wir, habt Ihr mit Hilfe Eures Fingerabdrucks ein Zeichen gesetzt. Fingerabdrücke sind individuell: einzigartig!

- Gott schafft Vielfalt! Um den Turmbau zu stoppen, wird die eine Einheitssprache verwirrt. Das einzige Volk wird vielfältig, nicht mehr die Einheit, sondern jeder einzelne zählt – wird einzigartig! Verwirrung: Individualität!

- Das ist aber nicht das einzige, was Gottes Eingreifen bewirkt: dadurch dass der weitere Turmbau unmöglich wird, zeigt Gott uns Grenzen.

- Es geht nicht darum, wie berühmt Du bist, welchen Erflog Du hast oder ob Deine Pläne vollendet werden.

- Jeder einzelne ist wichtig – unabhängig davon, welche Leistung er erbringt. Gott nimmt uns das Leistungsdenken!

- Auch wir sollten uns heutzutage darüber im Klaren sein: Kann es immer weiter, immer schneller gehen? Gibt es nur unseren Fortschritt? Oder kann auch der Mensch, seine Grenzen erreichen?

- In der Geschichte vom Turmbau zu Babel baut der Mensch immer weiter in die Höhe! Er kann es, ist also seine Grenze noch nicht erreicht? Vielleicht nicht diese, aber Gott setzt eine Grenze!

- Verantwortungsvoll zu handeln, das heißt, nicht so weit zu gehen, wie wir – wie du kannst. Nicht nur die eigene Leistung im Blick zu haben, sondern rechts und links zu gucken. Rücksicht zu nehmen auf Individualität. Vielfalt!

- Leider haben wir es in der Praxis nicht ganz so einfach, denn in welchem Moment weiß ich schon, genau hier ist eine Grenze, die ich mir setzten sollte – eine Grenze, die Gott setzten würde.

- Gerade dann, wenn wir immer weiter vorwärts gehen, merken wir oft nicht, wann es genug ist und wir uns selber und andere in ihrer Individualität einschränken.

- Die Geschichte vom Turmbau zu Babel gibt einen Hinweis darauf. Wir sollen uns zwischendrin eine Auszeit nehmen, auf andere achten und unsere Individualität bewahren. Gott traut uns das zu!

- Das ist es, was das Eingreifen Gottes deutlich macht: Gott gibt uns die Chance, uns vom Leistungsdenken zu lösen – er schenkt uns unsere Einzigartigkeit, Eigenschaften, die nur ich auf diese bestimmte Art und Weise besitze!

- Und Gott freut sich, wenn wir ihm diese Vielfalt zurückgeben! Wenn wir ihn durch unsere Verschiedenartigkeit preisen und unsere Fingerabdrücke als Zeichen der Gemeinschaft, in der doch jeder einzigartig ist, als Glaubenssymbol vereinigen.

- Nicht nur beim Turmbau zu Babel, sondern auch ganz am Anfang der Apostelgeschichte wird etwas verwirrt: wieder die Sprache! Ursprünglich sprechen die Jünger die gleiche Sprache, doch der Heilige Geist erfüllt sie und sie beginnen, in verschiedensten Sprachen zu sprechen, Gott zu loben!

- So kann jeder sie verstehen und jeder kann unterschiedlich auf die Botschaft Jesu aufmerksam gemacht werden! Diese Botschaft ist für alle bestimmt!

- Der Turmbau zu Babel: ein Hinweis auf unsere Individualität, auf Gottes Vielfalt und die Verschiedenartigkeit des Glaubens! Verwirrung als Chance!

 

12. Lied 4: Du bist du

 

13. Gebet (Hannah, Joachim und Kimi)

Hannah: Lieber Gott,

Danke, dass du uns verwirrst!

Dass du uns zeigst, dass jeder von uns einzigartig ist und dass du jeden Einzelnen so liebst, wie er ist.

Herr, lass uns diese Vielfalt erkennen und miteinander leben!

Joachim: Danke, dass wir vor dir keine Leistung erbringen müssen.

Dass du uns auch liebst, wenn wir Fehler machen und dass Berühmtheit für dich keine Rolle spielt.

Herr, lass uns andere so annehmen, wie sie sind, und sie unabhängig von ihrer Leistung beurteilen!

Kimi: Vater, wir bitten dich, hilf uns Grenzen zu setzten!

Nicht immer weiß ich, wann es genug ist oder ich beginne, meine oder die Individualität anderer einzuschränken! Deshalb brauchen wir deine Unterstützung!

Vater unser … – Amen

 

14. Abkündigungen (Enno und Onno)

Enno: Wir möchten nun auf den nächsten Gottesdienst hinweisen:

Dieser beginnt am kommenden Sonntag um 10 Uhr hier in Dedensen mit unserem ehemaligen Pastor Jürgen Küster.

Onno: Außerdem noch ein Hinweis auf das kulinarische Kino heute Abend: Dieses findet im Rahmen des Offenen Adventskalenders statt und beginnt um 19:30 Uhr im Pfarrhaus, deshalb wird von uns im Anschluss zu diesem Gottesdienst auch kein Stockbrotbacken angeboten!

Enno: Und da wir uns ja in der Adventszeit befinden, weichen wir einmal von unserem Thema ab und singen nun gemeinsam das Lied „Go tell it on the mountain“! Dabei wird die Kollekte eingesammelt, diese ist für den JKV und die Jugendarbeit in der Gemeinde bestimmt.

 

15. Lied 5: Go tell it on the mountain (Kollekte)

 

16. Segen (Annika)

Vater, schenk uns deinen Segen

und zeig uns unsere Einzigartigkeit.

Verwirr‘ uns, damit wir auch deine Vielfalt erkennen

und lass und diese sowohl gemeinsam als auch individuell loben!

– Amen

 

17. Ende (Lena und Tobi)

Lena: Wir freuen uns, dass ihr alle bei unserem 8. Gottesdienst dabei gewesen seid – und möchten an dieser Stelle noch einmal auf unsere Homepage hinweisen: jkv-dedensen.jimdo.com. Dort könnt ihr auch sehen, was in 5 Jahren JKV alles passiert ist.

Tobi: Jetzt wünschen wir euch noch einen guten Abend und eine schöne Adventszeit. Und denkt daran, ihr alle seid einzigartig, verschieden und dabei von Gott angenommen.

Tschüss und bis zum nächsten Mal.

 

18. Musikalisches Nachspiel