Plan_los

1. Musikalisches Vorspiel »Insekten im Eis« | Jennifer Rostock

 

2. Begrüßung

Lena: Lieber Gott!

Manchmal sind wir »planlos«, wissen nicht, wo es hingehen soll, oder verlieren bei ganz vielen Plänen, die wir machen, auch mal den Mut ...

Tobi: Vater, darum soll es auch jetzt bei uns im Gottesdienst gehen und wir bitten dich, dass du uns immer wieder mutig machst – um neue Erfahrungen zu sammeln, gemeinsam etwas zu erleben und einfach mal »draufloszuplanen«. – Amen!

Lena: Wir freuen uns, dass ihr dazu Lust habt, ihr heute dabei seid – und wir hier alle in der Hase-Kirche zusammen sind.

Lasst uns jetzt gleich mit dem ersten Lied beginnen und diesen Gottesdienst feiern:

Tobi: ... im Namen Gottes – des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. – Amen!

 

3. Lied 1: There is a longing – Strophen 1-2 & 4

 

4. Lesung »Jeremias Berufung« | Jeremia 1,4-8

Hannah: Wenn irgendwem eine Sache leicht fällt, er sie besonders gut kann und auch noch Spaß daran hat, dann sagen wir vielleicht, er ist dazu berufen. – Aber was ist das eigentlich: eine Berufung?

Joachim: Eine Berufung ist so etwas wie eine Bestimmung und für die braucht es manchmal eben extra einen Auftrag – jemanden, der mich dazu ermutigt, etwas zu tun, was ich mir selbst nicht unbedingt zutrauen würde. Eine Einladung in ein neues Leben.

Hannah: Und genau so eine Einladung bekommt Jeremia von Gott, als er zum Propheten berufen wird:

Der Herr sprach zu mir:

Joachim: »Ich kannte dich schon, bevor ich dich im Leib deiner Mutter geformt habe. Schon vor deiner Geburt habe ich dich dazu bestimmt, dass du den Völkern meine Botschaften überbringst.«

Hannah: »Aber, allmächtiger Herr«, wehrte ich ab, »ich kann nicht gut reden, ich bin noch viel zu jung!«

Joachim: »Sag doch nicht, dass du zu jung bist«,

Hannah: antwortete der Herr.

Joachim: »Du sollst hingehen, wohin ich dich sende, und sagen, was auch immer ich dir auftragen werde. Vor den Menschen brauchst du keine Angst zu haben, denn ich werde immer bei dir sein und dich retten. Das verspreche ich, der Herr.«

 

5. Lied 2 (Teil I): Wir wollen aufsteh'n – Strophen 1 & 2

 

6. Lesung »Gottes Auftrag für Josua« | Josua 1,1-11

Enno: Nicht nur Jeremia wird von Gott ausgewählt und ermutigt, sondern Gott hat auch für ganz viele andere – für uns alle – besondere Aufträge: zum Beispiel für Josua.

Dem spricht Gott besonders viel Mut zu – und zwar soviel Mut, dass Josua danach überhaupt keine Selbstzweifel mehr kommen.

Josua ist wohl auch ein bisschen ein Draufgänger, der ohne darüber nachzudenken mit viel Motivation an die Dinge herangeht und sich selbst von großen Aufgaben nicht zurückschrecken lässt:

Annika: Nachdem Mose, der Diener des Herrn, gestorben war, sprach der Herr mit Josua. Dieser war ein Mitarbeiter von Mose und ein Sohn Nuns.

»Mein Diener Mose ist jetzt tot. Geh nun zusammen mit meinem Volk in das Land, das ich den Israeliten gebe. Führe das ganze Volk über den Jordan!

Ich sage dir zu, was ich schon Mose versprochen habe: Wohin ihr auch geht, werdet ihr Land betreten, das ich euch geschenkt habe, und solange du lebst, wird sich niemand gegen dich behaupten können, denn ich will bei dir sein, wie ich bei Mose war. Ich werde dich nie verlassen und dich nicht aufgeben.

Halte dich mutig und entschlossen an das, was mein Diener Mose gesagt hat, denn du sollst meinem Volk zu dem Land verhelfen, was ich seinen Vorfahren versprochen habe!

Ich sage dir: Sei mutig und entschlossen! Hab keine Angst und verzweifle nicht. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst.«

Enno: Und gleich darauf befahl Josua: »In drei Tagen werden wir den Jordan überschreiten und das Land in Besitz nehmen, das der Herr uns geben will. Bereitet genügend Verpflegung für den Marsch vor!«

 

7. Lied 2 (Teil II): Wir wollen aufsteh'n – Strophen 3 & 4

 

8. Stationen (Lena und Tobi)

 »Draufgänger« oder »Angsthase«? (Annika | Enno)

Sich auf dem »Zahlenstrahl« (mit Strichmännchen) zwischen »Draufgänger« und »Angsthase« einordnen.

Umfrage »Lebensziel« (Hannah)

Stein bei einer der Antworten ablegen.

Was ist dein »größtes« Lebensziel?

□ Spaß

□ Erfolg

□ Freunde

□ Familie

□ Gesundheit

□ Eigenständig sein □ 'was bewegen

Spruch ziehen (Joachim)

Spruch (Aufkleber) ziehen, der zeigt, dass Gott »dabei« ist, uns Mut macht ...

»Planlos« (Lena | Tobi)

Wo bin ich, wenn ich »planlos« bin? (Piktogramme) Aufschreiben, was ich mir stattdessen / in dem Moment vornehme loszuplanen.

 

9. Musik »Six Candles« | FM Static

 

10. Texte nach den Stationen

Hannah: Mein großes Ziel im Leben ist es, einmal auf allen Kontinenten

gewesen zu sein! ... und am liebsten möchte ich das ganz schnell erreichen: Vielleicht werde ich nach dem Abitur deshalb eine Zeit lang nach Australien gehen ?!

Enno: Für viele ist Erfolg ein wichtiges Lebensziel – bei mir ist das auch so. Deswegen habe ich mich in der Schule auch angestrengt, da ein gutes Abitur heutzutage für den Erfolg und eine gute Karriere ein absolutes »Muss« ist.

Lena: Sich für ein bestimmtest Lebensziel zu entscheiden, kann aber auch ganz schön schwer sein. Mir fällt das zumindest nicht so leicht – aber ich glaube, das ist überhaupt nicht so schlimm. Schließlich können sich Ziele verändern ... Vielleicht ist eine Sache unerreichbar oder mehrere Dinge sind wichtig – wie Familie und Freunde.

Joachim: Wenn ich gerade mal nichts zu tun habe oder irgendwie

»planlos« bin, dann fahre ich öfter eine Runde mit dem Rennrad – dabei kann man richtig gut abschalten und manchmal komme ich auch auf Ideen, womit ich danach losplanen kann.

Annika: Selber »draufloszuplanen«, ist aber nicht immer so einfach ...

Wenn ich mich zum Beispiel zwischen zwei Dingen nicht entscheiden – oder zu irgendetwas nicht richtig aufraffen kann, dann können andere hilfreich sein: Vielleicht bringt mich ja das Gespräch mit einer Freundin weiter?

Tobi: Ich bin gerade ein bisschen »planlos« – mein FSJ geht im August zu Ende und ich weiß zwar, was ich studieren will, aber noch nicht zu 100 %, wo es losgehen soll. Ich werde mich wohl für die Uni entscheiden, bei der ich irgendwie das beste Gefühl habe ...

Enno: Ich wusste schon relativ früh, was ich später mal machen werde – Informatik studieren – und habe direkt nach dem Abitur die Stille des Klosters in Taizé genutzt, um in Ruhe und im Vertrauen auf Gott loszuplanen ... Manchmal sehen wir unseren Weg eben auch ganz klar vor uns!

 

11. Lied 3: Lemon Tree

 

12. Impuls (Tobi)

- Wer? Ich? – Ich weiß doch noch gar nicht, wo es in meinem Leben hingehen soll, und viel zu jung bin ich auch. Ich hab' doch überhaupt keinen Plan davon, was du von mir willst, ob ich das überhaupt gut genug kann?

- Jeremia ist erstmal verunsichert, mit so einem »extra-großen« Auftrag kann man ja auch nicht rechnen und wieso? Wieso gerade er?

- »Planlos« – das sind wir alle mal: Gerade ist nichts zu tun, ich sitze vor dem Fernseher, scrolle die Facebook-Startseite rauf und runter, gucke auf mein Smartphone oder fahre mit dem Auto durch die Gegend, sehe gerade nur gelbe Zitronen-Bäume, lege mich irgendwann hin, versuche nachzudenken, aber es fehlt irgendwie so der Anstoß – 'was Konkretes, was ich jetzt tun könnte.

- Das haben wir eben alle mal und ist so das eine »planlos sein« – gar nicht so schlimm, weil irgendwann fällt mir ja doch was ein oder zumindest für den Tag danach steht 'was im Kalender ...

- Aber was ist, wenn ich wirklich »planlos« bin? Ich nicht weiß, wie ich mich entscheiden soll, das große Ziel gleich verwerfe, weil es ja eh zu weit weg ist – Angst habe vor der Zukunft oder mich irgendetwas nicht traue?

- So kann es uns nämlich auch mal gehen: nach dem Abitur, beim Wählen der Leistungskurse, wenn ich mich bewerben muss, ich mich nicht traue, ich selbst zu sein – mir etwas bevorsteht, was eine echte Herausforderung ist.

- So geht es auch Jeremia, als Gott ihn vor eine neue Aufgabe stellt ... Er fühlt sich erstmal unwohl mit seinem großen Auftrag, ist vielleicht ein bisschen ängstlich?

- Doch da ist jemand, der traut ihm das zu: Du bist nicht zu jung und Angst haben brauchst du auch keine. Das sagt Gott zu ihm und er verspricht es sogar.

- Aber was hat das jetzt mit meinem »planlos sein« zu tun – egal ob mit der Uni-Wahl, mit Unsicherheiten, wenn ich mich nicht traue, jemanden anzusprechen, oder bei anderen wichtigen Entscheidungen?

- Sei mutig und entschlossen! Hab keine Angst und verzweifle nicht. Diese Aufforderung bekommt Josua vom Herrn ... Josua, der Moses Nachfolger wird – und damit auch vor einer ordentlichen Herausforderung steht:

- Schließlich war Mose ein fantastischer – vielleicht sogar unerreichbarer – Vorgänger und genau deshalb hatte bestimmt auch Josua Zeiten, in denen er sich schwach oder unwohl gefühlt hat ...

- Aber dann legt Josua los: Wie ein Draufgänger befiehlt er dem Volk Israel, was nun zu tun ist – er zögert nicht, den Auftrag Gottes weiterzugeben. Selbstzweifel braucht ein Josua nicht. Da war ja auch noch 'was anderes als diese mehrfache Aufforderung an ihn:

- Hab keine Angst und lass dich durch nichts erschrecken; denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst.

- Eine großartige Zusage! Gott geht mit ihm, wohin auch immer das sein mag – und indem Gott vorher noch sagt, sei mutig und entschlossen, gibt Gott Josua die Kraft, die er braucht, um eben nicht ängstlich zu sein, nicht zurückzuschrecken vor seiner Aufgabe.

- Und das Tolle ist: Gottes Zusage richtet sich nicht nur an Josua.

- Jeremia kriegt ebenfalls Mut: Erst schreckt er noch zurück, aber dann? Dann verspricht Gott ihm, dass er keine Angst haben brauch' – weder vor seinem Zweifel, zu jung zu sein, noch vor irgendwem anderen.

- Jeremia wird seine Schritte wagen – egal ob andere das, was er verkündet, gut finden oder nicht. Jeremia wird zu einem richtig guten Propheten.

- Aber wo bin ich jetzt in den zwei Geschichten? Eher ein Prophet Jeremia oder ein Feldherr Josua? Wie bin ich unterwegs? Schrecke ich erstmal zurück vor neuen Herausforderungen oder lege ich gleich los?

- Egal welcher Typ Mensch wir sind, Gottes Zuspruch richtet sich auch an uns! Wir sollen nicht ängstlich sein und uns ruhig 'was zutrauen, einfach mal »drauflosplanen«!

- Für manche geht das ganz einfach – andere müssen sich vielleicht ein bisschen überwinden, weil ich es gewohnt bin, alles genau durchzudenken und möglichst jedes Ereignis einzuplanen – aber eigentlich ist doch klar:

- Trotz meiner ganzen Vorhaben und konkreten Pläne passiert mal 'was, was nicht eingeplant ist – und auch dabei geht Gott mit – mit dir, mit mir, mit uns allen.

- Wir müssen uns nur trauen, uns darauf einzulassen! Vielleicht ist in meinem Leben nicht immer alles klar oder eine Entscheidung überfordert mich zuerst, vielleicht sehen andere auch alles ganz anders oder ich gerate mal so richtig ins Zweifeln ...

- Aber ich glaube, Gott hat ihn: einen Plan für mein Leben.

 

13. Lied 4: Schritte wagen – Strophen 1-2 & 5

 

14. Gebet / Vaterunser

Annika: Wir wollen nun beten!

Dazu werden wir hier vorne laut beginnen,

dann habt ihr Zeit für ein kurzes stilles Gebet,

bevor wir anschließend gemeinsam

das Vaterunser sprechen werden.

Hannah: Lieber Gott!

In unserem Leben sind wir manchmal »planlos«,

wissen gerade nicht, was zu tun ist,

oder können uns zu irgendetwas nicht aufraffen.

In solchen Situationen bitten wir dich

um Motivation und Lebensmut.

Joachim: Wichtig sind aber auch Auszeiten,

damit wir uns nicht verplanen

und bei all unseren Vorhaben

neue Kraft kriegen können.

Darum bitten wir dich.

Annika: Herr, wir beten für alle,

die in ihrem Leben gerade nicht weiterwissen,

weil sie vor schwierigen Entscheidungen stehen,

Angst vor der Zukunft haben –

nichts mit sich anzufangen wissen.

Hannah: Vater, wir wollen dir vertrauen,

dass du einen Plan für mein Leben hast.

Hilf uns, uns auf dich einzulassen.

Joachim: Stärke uns und lass uns mutig werden.

– stilles Gebet – danach Vaterunser – Amen!

Annika: Wir singen nun das Lied »Möge die Straße« – dabei wird die Kollekte eingesammelt, sie ist für den JKV und die Jugendarbeit in der Gemeinde bestimmt.

 

15. Lied 5: Möge die Straße – Strophen 1-2 & 4 (Kollekte)

 

16. Segen (Enno)

Segenskette: »Der Herr segne dich und behüte dich!« – dazu Kreuz auf Handzeichen malen!

 

17. Ende

Lena: Schön, dass ihr alle bei unserem schon elften Gottesdienst dabei gewesen seid – und an dieser Stellen wollen wir uns ganz herzlich bei der Jugendband »crossing the line« aus Idensen bedanken, die uns heute wieder klasse begleitet hat! :-)

Tobi: Spitze, wie das immer wieder klappt, und bevor wir euch gleich noch einmal hören (werden), herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Dinah! Vielleicht können wir ja auch noch einmal für dich singen? – »Happy Birthday ...«

Lena: Jetzt wünschen wir euch noch einen guten Abend und wenn ihr mal wieder »planlos«  seid, wisst ihr ja was zu tun ist ...

Tobi: Tschüss – und bis zum nächsten Mal.

 

18. Musikalisches Nachspiel »So oder so« | Bosse