Visionen

1. Musikalisches Vorspiel »Phantombild« | Jennifer Rostock

 

2. Begrüßung

Lena: »Gott redet doch! Er tut es immer wieder, mal sanft, mal hart – man achtet nur nicht drauf!

Tobi: Zur Nachtzeit, wenn die Menschen ruhig schlafen, in tiefem Schlummer auf den Betten liegen, dann redet Gott durch Träume und Visionen.«

Hiob 33,14–15 – von einem, der allen Grund zum Aufgeben gehabt hätte.

Lena: Wir freuen uns, dass ihr den Weg in die Hase-Kirche gefunden habt – und dass ihr alle heute bei unserem Gottesdienst dabei seid!

Lasst uns jetzt gleich mit dem ersten Lied »Meine Zeit steht in deinen Händen« beginnen und unser Zusammensein feiern:

Tobi: ... im Namen Gottes – des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. — Amen!

 

3. Lied 1: Meine Zeit steht in deinen Händen (Strophen 1+3)

 

4. Lesung »Jakobs Traum« | 1.Mose 28,10–19a

Annika: Redet Gott mit uns? Und sind vielleicht Träume manchmal mehr als nur Gedankenfetzen aus unserem Unterbewusstsein?

Gerade in der Bibel gibt es immer wieder Menschen, die eine Vision haben. Ihnen erscheint etwas: eine Botschaft von Gott – und solch einen merkwürdigen Traum, den hat auch Jakob:

Hannah: Jakob machte sich auf den Weg von »Be-er-scheba« nach Haran. Als die Sonne unterging, beschloss er, an dem Platz, an dem er gerade war, zu übernachten. Hinter seinen Kopf legte er einen der großen Steine, die dort herumlagen.

Während er schlief, hatte er einen Traum:

Annika: Er sah eine Leiter, die von der Erde bis in den Himmel reichte. Engel kamen auf ihr zur Erde herunter, andere stiegen wieder zum Himmel hinauf.

Der Herr selbst stand auf der Leiter und sagte zu Jakob: »Ich bin der Herr, der Gott deiner Vorfahren Abraham und Isaak. Das Land, auf dem du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. Sie werden so unzählbar sein wie der Staub auf der Erde und sich nach allen Himmelsrichtungen ausbreiten. Durch dich und deine Nachkommen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden. Ich werde dir beistehen. Ich bewahre dich, wo du auch hingehst, (und bringe dich wieder in dieses Land zurück.) Ich lasse dich nicht im Stich. Alles, was ich versprochen habe, werde ich tun.«

Hannah: Jakob erwachte. Entsetzt blickte er sich um: »Wahrhaftig – der Herr wohnt hier, und ich habe es nicht gewusst!« Und er hatte Angst und sagte: »Was für ein Ehrfurcht gebietender Ort! Hier ist das Haus Gottes – das Tor zum Himmel!«                                                                                 è

Früh am Morgen stand Jakob auf. Den Stein, den er hinter seinen Kopf gelegt hatte, stellte er als Steinmal auf und goss Öl darüber, um ihn zu weihen. Er nannte die Stätte Bethel – das heißt: Haus Gottes.

 

5. Lied 2: Father God I Wonder

 

6. Stationen (Lena und Tobi)

»Himmelsleiter« (Enno und Tobi)

Eigene »Zukunftsvision« aufschreiben und mit einem Engel von der »Himmelseiter« austauschen.

Visionen-Banner (Annika und Lena)

Was machen Jugendgottesdienste aus? Ideen/Träume/Wünsche auf Banner malen bzw. schreiben.

»Spruch« ziehen (Joachim und Onno)

»Traumbuch« ziehen, auf dem ein Spruch klebt (Inhalt: Träume/Visionen, Gott ist da bzw. »spricht« mit einem).

Umfrage(n) (Hannah)

Jeweils einen Stein bei einer der Antworten ablegen.

Wie häufig träumst du?

□ kann mich nicht erinnern

□ jede Nacht

□ mehrmals in der Woche

□ selten

»Spricht« Gott mit dir?

□ ja

□ nein

 

7. Musik »Leb deine Träume« | Luxuslärm

 

8. Texte nach den Stationen

Lena: Ich persönliche Träume jede Nacht – und zwar sehr viele verschiedene Träume. Letzte Nacht zum Beispiel, dass ich mit meiner Familie im Tierpark war und dass wir dort ganz viele Freunde getroffen haben, die wir schon länger nicht gesehen hatten. Manchmal wiederholen sich auch Träume von mir – oder ich träume mal Dinge, die nicht so schön sind ...

Onno: Ich kann mich leider nur sehr selten an meine Träume erinnern. Mich würde das zwar interessieren – aber immerhin hat es so den Vorteil, dass schlechte Träume mich nicht verfolgen können!

Joachim: Ich weiß morgens meistens auch nicht mehr, was ich nachts

geträumt habe – oder zumindest nicht komplett. Aber oft fällt es mir dann mitten am Tag wieder ein – auch wenn die Situation überhaupt nichts mit dem Geträumten zu tun hat!

Annika: (Spricht Gott mit mir?) Ich habe in meinem Alltag nicht

unbedingt das Gefühl, dass Gott mit mir redet, doch in einigen Situationen – oder dann, wenn ich zu ihm bete – glaube ich schon, dass er jetzt bei mir ist und auch mitgeht.

Hannah: Ich glaube sogar, dass Gott in meinen Träumen manchmal mit

mir spricht – und mir ganz direkt Mut macht. Gott ist vielleicht in unserem Unterbewusstsein bei uns – auch wenn wir es nicht direkt merken.

Tobi: Hinter »Visionen« steckt eine ganze Menge: nicht unbedingt Phantasie, sondern vielleicht eine konkrete Vorstellung von einer besseren Welt – oder eine Botschaft von Gott? (Für mich ist es auf jeden Fall eine großartige Vision, dass ich in meinem Glauben immer wieder zurückkommen darf.)

Enno: Man kann halt auch seine persönlichen »Lebens-Visionen« haben – Pläne für die eigene Zukunft, Dinge, die man gerne einmal tun oder bewirken möchte. So gefielen mir als Konfirmand die Gottesdienste nicht (so gut) und ich träumte davon, es selbst einmal anders zu versuchen.

 

9. Lied 3: Halte deine Träume fest (Strophen 1–2)

 

10. Impuls (Tobi)

— Jakob träumt. Eine Leiter reicht bis in den Himmel. Engel steigen an ihr auf und ab. Jakob träumt von Gott.

— Und wovon träumen wir?

— Jakob ist auf der Flucht. Er hat seinen älteren Bruder Esau um den Segen seines Vaters und damit auch um das Erbe betrogen. Jetzt gerade ist er auf dem Weg von Beerescheba nach Haran: irgendwo, mitten in der Wüste.

— Wenn wir heute die beiden Orte bei »Google Maps« eingeben – Beerscheba gibt es nämlich immer noch in Israel und Haran in der Türkei, nahe an der Grenze zu Syrien –, dann wird eine Strecke von 197 Stunden Fußweg ausgerechnet.

— Das sind mehr als 8 Tage am Stück. Jakob ist alleine unterwegs und nachts in der Steinwüste Negev wird es jetzt richtig kalt.

— Jakob legt sich hin, er nimmt einen Stein als »Kissen«. (Zum Beispiel so einen – wie diesen hier auf dem Altar.) Vielleicht gibt ihm das ein bisschen ein Gefühl von Sicherheit und Schutz?

— Auf jeden Fall hat der Stein die Eigenschaft, Sonnenlicht vom Tag zu speichern, und er wärmt ihn nun ein bisschen (in der kalten Wüstennacht).

— Jakob träumt. Jakobs Traum ist von Gott.

— Der Herr selbst steht auf der »Himmelsleiter« – und er spricht sogar mit Jakob. Er will ihn immer begleiten und behüten – und er sagt, dass durch Jakob (und seine Nachfahren) alle Völker der Erde gesegnet werden sollen.

— Und wovon träumen wir?

— Vielleicht davon, was am letzten Tag los war – eine Situation mit Freunden – Verwandte, aus der Familie – aus der Schule, der Uni oder von der Arbeit – von einem besonderen Ort, aus dem Urlaub – von etwas, was uns Angst macht oder was wir nicht (richtig) einordnen können – vielleicht auch von Dingen, die neu bevorstehen ... oder theoretisch schon (ganz) lange klar sind?

— Wovon träumst du eigentlich?

— Träumen können wir ja nicht nur nachts, sondern auch ganz bewusst – tagsüber: wenn ich mir etwas wünsche, eine bestimmte Vorstellung für mein Leben oder eine Vision von einer besseren Zukunft habe – wenn ich mit etwas nicht gut zufrieden bin und mich in eine (in meine) Phantasiewelt flüchte ...

— Flüchten. Auf der Flucht ist auch Jakob – nicht nur vor seinem Bruder Esau, sondern vor der kalten Wirklichkeit. Ich kann mir vorstellen, er fühlt sich allein in der Wüste – und trotz seines »Stein-Kissens« ganz schön angreifbar. Da kommt Gott ihm entgegen. Ein paar Sprossen aus dem Himmel herab.

— Jakob hat nämlich keinen »normalen« Traum – eher so eine Art Erscheinung, er kriegt eine Botschaft: eine Botschaft von Gott.

— Jakob will in seinem Leben immer wieder gesegnet werden – nicht nur von seinem Vater Isaak, um an das Erbe zu kommen, sondern er will auch den Segen Gottes!

— Bei Jakob gibt es wohl irgendwie schon einen Zusammenhang zwischen seiner Segens-Vision für sein Leben und dieser Nacht.

— Denn jetzt im Traum merkt Jakob, dass Gott trotz allem, was in der Wirklichkeit passiert, bei ihm ist. Im nächtlichen Traum können uns unterbewusste Dinge klar werden – und vielleicht ist das (ja) auch bei Jakob so?

— Eigentlich hat Gott ihn schon ganz lange ausgewählt und behütet ihn, aber erst jetzt – im Traum – erkennt er das!

— Da erwacht Jakob. Entsetzt blickt er sich um.

— Jakob kann es gar nicht fassen ... Was für ein besonderer Traum – in dieser Nacht! Ein Traum von Gott.

— Und spricht Gott auch mit dir?

— Nachts, wenn die Menschen ruhig schlafen, redet er dann durch Träume und Visionen?

— Irgendwie unfassbar – eine wunderbare Vorstellung ...

— Aber auch ganz schön deprimierend, denn ich kann mir eigentlich nie merken, was ich nachts geträumt habe ...

— Redet Gott also nicht mit mir?

— Ich finde, Jakobs Traum kann uns schon ein Zeichen sein – dafür, dass Gott gerade dann handelt, wenn du nicht dazu in der Lage bist. Oder kannst du dich etwa nachts in deinen Träumen steuern?

— Dann, wenn ich also auf der Suche bin: schutzlos und Wärme suchend – so wie Jakob auf seinem langen Weg und plötzlich in der kalten Nacht – vielleicht dann, wenn wir gar nicht damit rechnen – dann redet Gott vielleicht mit uns? Irgendwie und mit jedem bestimmt anders.

— Ich glaube nur, wir müssen uns trauen, offen dafür zu sein, dass es klappen kann, dass Gott mit uns spricht.

 

11. Lied 4: Here I Am To Worship

 

12. Gebet / Vaterunser — Kollektenansage

Enno: Wir wollen nun beten!
Dazu werden wir hier vorne laut beginnen,
dann habt ihr Zeit für ein kurzes stilles Gebet,
bevor wir anschließend gemeinsam
das Vaterunser sprechen werden.

Joachim: Lieber Gott,
wir alle haben Vorstellungen
von einer – von deiner – besseren Welt,
Visionen – nicht nur für unsere eigene Zukunft,
deshalb beten wir für alle Menschen auf deiner Erde,
die ihre Träume aufgegeben haben –
schenk ihnen neue Visionen.
Onno: Himmlischer Vater,
wir wollen dir Danke sagen:
für unsere Träume und Visionen,
für die Gedanken, die wir alle schon haben –
aber wir bitten dich auch:
Enno: Lass uns weiterdenken,
schenk uns Freiraum für das, was uns bewegt,
und Freiheiten zum Träumen.

— stilles Gebet —

Enno: Weil wir Gottes Söhne und Töchter,
seine Kinder sind, dürfen wir ihn Vater nennen –
und deshalb beten wir jetzt gemeinsam:

Vater unser ... — Amen!

Onno: Wir singen nun das Lied »Mögen sich die Wege« – dabei wird die Kollekte eingesammelt, sie ist für den JKV und die Jugendarbeit in der Gemeinde bestimmt.

 

13. Lied 5: Mögen sich die Wege

 

14. Segen — mit Feder »Friede sei mit dir!« (Hannah und Enno)

 

15. Ende

Lena: Schön, dass ihr alle bei unserem Gottesdienst dabei gewesen seid – und an dieser Stelle wollen wir uns ganz herzlich bei der Jugendband »crossing the line« bedanken, die uns wieder klasse begleitet hat :-)

Tobi: Großartig, wie das immer wieder klappt, und bevor wir euch gleich noch einmal hören (werden), wollen wir gerne zum »s[ai]tenwechsel« einladen: dem Konzert von »crossing the line« am Sonntag, den 5. Oktober um 17 Uhr in der Sigwardskirche Idensen!

Lena: ... und jetzt direkt seid ihr noch zum »Treffen & Essen« ins Gemeindehaus eingeladen, das Tini für uns alle hier vorbereitet hat :-)

Wir freuen uns auf den gemeinsamen Abend!

Tobi: Tschüss – und träumt was Schönes!

 

16. Musikalisches Nachspiel »Lean on me« | Bill Withers