Gott – eine Herausforderung?

1. Musikalisches Vorspiel

 

2. Begrüßung und Eingangsgebet (Lena und Tobi)

Lena: Lieber Gott,

wir sind zusammengekommen, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Wir danken dir, dass wieder so viele gekommen sind und hoffen, dass wir heute zusammen viel Spaß haben werden.

Tobi: Vater, in unserem Alltag stehen wir immer wieder vor Herausforderungen und manchmal forderst auch du uns heraus.

Heute wollen wir uns damit beschäftigen, was das eigentlich heißt – herausgefordert zu werden.

Lena: Dabei wollen wir dich und Neues mit dir erleben – lass uns, unsere Erfahrungen mit dir teilen und gemeinsam aktiv werden.

– Amen! 

Tobi: Nun möchten wir unseren Gottesdienst „Gott – eine Herausforderung?“ mit dem ersten Lied beginnen: „Groß ist unser Gott“.

 

3. Lied 1: Groß ist unser Gott 

 

4. Psalm 13 (Lena und Onno)

Herr! Wie lange willst du dich denn noch verbergen?

       Wie lange sollen mich die Sorgen quälen,

       der Kummer Tag für Tag an meinem Herzen nagen?

Wie lange dürfen mich die Feinde noch bedrängen?

       Sieh mich doch wieder an, Herr!

       Gib mir Antwort, du mein Gott!

Mach es wieder hell vor meinen Augen,

damit ich nicht in Todesnacht versinke!

       Sonst sagen meine Feinde:

       „Den haben wir erledigt!“

und jubeln über meinen Sturz.

       Doch ich verlasse mich auf deine Liebe,

       ich juble über deine Hilfe.

Mit meinem Lied will ich dir danken, Herr,

weil du so gut zu mir gewesen bist.

– Amen!

 

5. Lesung (Annika und Hannah)

Annika: Wir hören nun die Lesung, diese steht im 32. Kapitel des 1. Buch Mose – Jakob muss kämpfen:

Mitten in der Nacht stand Jakob auf und überquerte den Jabbok-Fluss an einer seichten Stelle – zusammen mit seinen beiden Frauen, den beiden Mägden und den elf Kindern. Auch seinen Besitz brachte er auf die andere Seite.

Nur er blieb noch allein zurück. Plötzlich stellte sich ihm ein Mann entgegen und kämpfte mit ihm bis zum Morgengrauen.

Hannah: Als der Mann merkte, dass er Jakob nicht besiegen konnte, gab er ihm einen so harten Schlag auf das Hüftgelenk, dass es ausgerenkt wurde.

Dann bat er: "Lass mich los, der Morgen dämmert schon!"

Annika: Aber Jakob erwiderte: "Ich lasse dich nicht eher los, bis du mich gesegnet hast!" "Wie heißt du?", fragte der Mann.

Als Jakob seinen Namen nannte, sagte der Mann: "Von jetzt an sollst du nicht mehr Jakob heißen. Du hast schon mit Gott und mit Menschen gekämpft und immer gesiegt. Darum heißt du von jetzt an Israel."

Hannah: "Wie ist denn dein Name?", fragte Jakob zurück. "Warum fragst du?", entgegnete der Mann nur, dann segnete er ihn.

"Ich habe Gott gesehen, und trotzdem lebe ich noch!", rief Jakob. Darum nannte er den Ort Pnuël – "Gesicht Gottes".

Die Sonne ging gerade auf, als Jakob weiterzog. Er hinkte, weil seine Hüfte ausgerenkt war.

 

6. Lied 2: Father God I wonder

 

7. Stationen (Lena und Tobi)

①  Herausforderung (Annika und Hannah)

Die GD-Besucher erhalten einen Stein und legen ihn bei einer der Antworten ab.  

Herausforderung – was ist das? ⇨ „Umfrage“ 

□ (Wett-)Kampf  □ Konflikt  □ Prüfung  □ neue Begegnungen

②  Was forderst Du von Gott ein? (Joachim und Tobi)

Die GD-Besucher schreiben auf eine Karteikarte, was sie von Gott einfordern wollen.

③  Jakob vs. Gott (Lena)

Die GD-Besucher schreiben in die Umrisse der Personen (Plakat), welche Eigenschaften (Adjektive / Symbole) sie Jakob bzw. Gott zuordnen würden.

④ Spruch ziehen (Onno)               

Die GD-Besucher ziehen einen Spruch. Inhaltlich geht es um Herausforderung und Segen.

 

8. Musik

 

9. Texte nach Stationen

Joachim: Wenn ich an Herausforderungen denke, denke ich zuerst an Wettkampf – an Herausforderungen im Sport. Ein Beispiel ist das Fußballspiel: Ich möchte dem Gegner immer ein Tor voraus sein und nehme oft die Herausforderung an, gegen einen besseren Gegner zu spielen – dabei kann ich gewinnen, muss aber auch Niederlagen akzeptieren können.

Lena: Schule kann auch eine Herausforderung sein – für mich persönlich sind Referate schwierig, weil ich dann alleine vor der Klasse und dem Lehrer stehe und mich so der Kritik anderer ausgeliefert fühle. An einigen Stellen ist es für mich unverständlich, was die anderen kritisieren, andererseits kann es aber auch hilfreich sein, neue Tipps oder Motivationen zu bekommen.

Onno: Im Alltag begegnen wir immer wieder Konflikten. Konflikte, die mich betreffen, fordern mich dabei besonders heraus. Wenn es in Freundschaften oder in der Familie zum Streit kommt, ist das unangenehm – egal ob es um die nicht ausgeräumte Spülmaschine oder um einen verpassten Termin geht.

Tobi: Konflikte fordern uns heraus, eine Lösung zu finden – das merken wir auch in der Gruppe, zum Beispiel wenn es um unterschiedliche Meinungen zum Kirchentagsprogramm geht. Aber auch Konflikte, die mich scheinbar nicht betreffen, müssen gelöst und diskutiert werden – teilweise können dabei auch wir als Außenstehende helfen, einen Streit zu beenden.

Annika: Manchmal fällt es mir schwer, offen auf unbekannte Menschen zuzugehen – neue Begegnungen können zwar schön und interessant sein, aber eventuell führen sie auch zu Schwierigkeiten oder sind kompliziert. Deshalb sind Begegnungen mit neuen Menschen ebenfalls Herausforderungen, denn sie fordern mich trotz Vorbehalten auf, aufgeschlossen zu sein.

Hannah: Für viele Menschen ist es schwierig, anderen Kulturen mit offenen Armen zu begegnen. Andere Meinungen und Ansichten oder Lebensweisen zu akzeptieren, stellt dabei eine Herausforderung dar. Ich denke, diese Herausforderung anzunehmen, kann für uns eine gute Chance sein, voneinander zu lernen und Gemeinsames zu teilen.

 

10. Lied 3: Wir wollen aufsteh’n

 

11. Impuls (Tobi)

- Jakob muss kämpfen! Es ist ein Kampf um Leben oder Tod, ein Kampf auf Augenhöhe, auf den sich Jakob einlässt, als ihm der fremde Mann am Fluss Jabbok begegnet.

- Ein Kampf, den Jakob gewonnen hätte? Auch nach dem Schlag auf sein Hüftgelenk und nach der Bitte des Fremden, ihn loszulassen, ist Jakob bereit zu kämpfen, ist Jakob bereit, seinen vorzeitigen Erfolg – nämlich das Unentschieden und sein Leben – zu riskieren. Jakob ist mutig!

- Er traut sich, von seinem Gegner etwas einzufordern und sagt: Ich lasse dich nicht eher los, bis du mich gesegnet hast!

- Jakob ringt mit Gott! Das bemerkt er aber nicht von Anfang an, sondern erst im Nachhinein. Erst nachdem Jakob auf Nachfrage des Fremden seinen Namen genannt, erst nachdem er selbst nach dem Namen seines Gegners gefragt hat und erst nachdem der Kampf am Jabbok beendet ist.

- Der Kampf findet ein abruptes Ende und Jakob erhält keine Antwort auf seine Frage. Der Fremde bleibt anonym – anstatt seinen eigenen Namen zu nennen, gibt er Jakob einen neuen Namen: Israel. Denn Jakob hat mit Gott und mit Menschen gekämpft.

- Jakobs Gegner segnet ihn und da wird es Jakob bewusst: Er hat mit Gott gekämpft.

- Gott – eine Herausforderung? In dieser Geschichte: eine direkte Herausforderung – Gott als Gegner im Wettkampf. Eine Herausforderung, die sich Jakob von selbst in den Weg stellt.

- Aber eine Herausforderung – das kann mehr sein als die Aufforderung zum Kampf.

- Herausforderungen begegnen uns in unserem Alltag: in der Schule, im Sport, in Freundschaften, bei neuen Begegnungen – in Situationen, die uns ungewohnt oder unangenehm sind.

- Gott kann auch eine Herausforderung sein – und zwar nicht nur, weil er als Jakobs Gegner im Kampf auftritt, sondern weil er verborgen bleibt. Das merken wir auch in der Jakob-Geschichte: Gott ist anonym.

- Gerade in der heutigen Zeit, in der wir alles zu erklären versuchen, fällt es schwer, sich auf das Uneindeutige, auf das Verborgene einzulassen. Aber vielleicht will uns Gott gerade damit herausfordern.

- Sich auf Gott einzulassen, erfordert dabei Mut, kann sogar Konflikt oder Kampf bedeuten. Wenn mir Zweifel kommen, dann ringe ich mit Gott, wenn es uns schwer fällt, das Ungewisse zu akzeptieren und zu erleben, dann ringen wir mit Gott. Dann sind Gott und Glaube unsere Herausforderung.

- Jakob traut sich, von Gott etwas einzufordern, er besteht im Kampf darauf, von seinem Gegner gesegnet zu werden. Jakob ist mutig!

- Auch wir dürfen, wenn wir mit Gott kämpfen und an unserem Glauben zweifeln, mutig sein; können unerschrocken im Konflikt von Gott etwas einfordern.

- Wenn wir Gott als Partner – manchmal als Gegner – auf Augenhöhe wahrnehmen, bedeutet das aber auch, Gott fordert von uns etwas ein – Gott fordert uns heraus.

- Nicht nur, weil er uneindeutig und anonym bleibt, sondern weil er uns aktiv werden lässt. Schließlich muss ich in der Beziehung zu Gott hartnäckig und kämpferisch bleiben, muss für meinen Glauben selbst etwas tun, mich trotz Ungewissheit zu Gott bekennen.

- Gott traut uns das zu. Er überlässt uns die Überhand im Kampf: Er bemerkt, dass er gegen Jakob nicht gewinnen kann.

- Gerade eben habt ihr euch überlegt, was ihr, was du von Gott einfordern willst.

- Wenn ich mir Frieden und Gerechtigkeit wünsche, wenn ich meinen persönlichen Lebensmut einfordern will, ist Gott sicherlich ein Ansprechpartner für mich: ein Gegenüber, das mir helfen kann – aber auch und gerade jemand (ein Mensch), der mir sagt: Du musst selbst aktiv werden, du sollst dich für das, was du von mir forderst, einsetzen, dann kannst du auch gewinnen.

- Gewinnen! Ich denke, das sollten wir tun und versuchen, uns für das, was wir aufgeschrieben haben, einzusetzen. Gott als direkte Aufforderung dazu verstehen.

- Gott begegnet uns in Herausforderungen, in unserem Alltag – ohne dass wir es direkt merken, fordert er uns heraus. Genauso ist es bei Jakob, denn auch er stellt erst später fest, mit Gott gerungen zu haben.

- Wir sollten uns zutrauen, Konflikte und neue oder unangenehme Situationen als Herausforderungen zu begreifen, in denen wir selbst aktiv werden können und in denen es möglich ist, Lösungen zu finden.

- Gott – eine Aufforderung.

 

12. Lied 4: Ich sage Ja

 

13. Gebet / Fürbitten / Vaterunser (Hannah, Joachim und Onno)

Hannah: Nun möchten wir beten – wir hier vorne werden zuerst laut beginnen, dann habt ihr Zeit für ein kurzes stilles Gebet, bevor wir anschließend gemeinsam das Vaterunser sprechen werden.

Lieber Gott,

Danke, dass wir dich spüren dürfen.

Danke, dass du dich uns zeigst, obwohl wir dich nicht sehen können.

Dass du uns Herausforderungen stellst, in denen wir dir immer wieder begegnen.

Joachim: Vater, wir bitten dich, lass uns auch Konflikte und Meinungsverschiedenheiten als Herausforderungen begreifen, in denen du uns aufforderst, gemeinsame Lösungen zu finden.

Onno: Wir bitten darum, dass im Wettkampf genug Raum für Fairness bleibt und dass im Streit auch die schwächere Partei die Chance erhält, ihre Sicht der Dinge zu schildern.

Hannah: Wir bitten dich, dass neue Ideen Jugendlicher zum weiter- und umdenken auffordern und nicht durch Strukturen ausgebremst oder wegen ihres Aufwandes abgelehnt werden.

Joachim: Herr, wir bitten für neue Begegnungen – darum dass wir uns zutrauen können, in fremden Situationen aufgeschlossen und gegenüber von anderen offen zu sein.

Onno: Hilf uns, Herausforderungen als Chancen zu begreifen, die uns auffordern, selbst aktiv zu werden.

⇨ stilles Gebet ⇨ danach Vaterunser – Amen!

 

14. Abkündigung (Joachim)

Als nächstes singen wir das Lied „Herr wir bitten: Komm und segne uns“ – bei diesem Lied wird die Kollekte eingesammelt, sie ist für den JKV und die Jugendarbeit in der Gemeinde bestimmt.

(An dieser Stelle außerdem ein Hinweis auf den Gottesdienst am kommenden Sonntag. Dieser findet mit Prädikant Kipp um 10 Uhr hier in Dedensen statt.)

 

15. Lied 5: Herr, wir bitten: Komm und segne uns

 

16. Segen (Annika)

Gerade eben haben wir schon gemeinsam gesungen und um den

Segen Gottes gebeten – nun möchten wir Euch segnen:

Vater, schenke uns deinen Segen,

dass wir stark sind im Glauben,

um deine Freude auszubreiten,

dass wir gegenüber Neuem offen sind

und dass wir dir in der Herausforderung begegnen.

Herr, sei bei uns und berühre uns mit deiner Kraft,

dass wir als deine Boten Gutes tun und selbst Segen sind.

Begleite uns auf unseren Wegen.

– Amen!

 

17. Ende (Lena und Tobi)

Lena: Wir freuen uns, dass ihr alle bei unserem neunten Gottesdienst dabei gewesen seid – und möchten an dieser Stelle noch einmal auf unsere Homepage hinweisen: jkv-dedensen.jimdo.com. Dort findet ihr zum Beispiel Fotos von unserem Kirchentagsbesuch.

Tobi: Außerdem vielen Dank an die Jugendband aus Idensen, die wir gleich noch einmal hören werden und die uns heute wieder spitze begleitet hat. Jetzt wünschen wir euch noch einen guten Abend und Herausforderungen, in denen ihr mit Gott aktiv werden könnt.

Tschüss und bis zum nächsten Mal.

 

18. Musikalisches Nachspiel